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Die Drittel-Regel

Aktualisiert: 10. März 2022

Du findest deine Fotos irgendwie langweilig und fragst dich, woran das liegen könnte? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es vermutlich nicht. Allerdings möchte ich dir in diesem Blogbeitrag einen Tipp mit auf den Weg geben, der eventuell bei der Lösung deines Problems helfen könnte: Versuch’s mal mit der Drittel-Regel!

Die Drittel-Regel ist ein sehr einfaches Konzept der Fotografie und lässt dich beim Knipsen sofort bessere Ergebnisse erzielen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man dem Begriff als Fotografie-Einsteiger meist ziemlich schnell einmal begegnet.


Im Folgenden möchte ich einmal erklären, was die Drittel-Regel überhaupt ist und wie du sie in deinen Bildern selbst anwenden kannst. Ausserdem möchte ich dir einige Kompositionsideen vorstellen und auch zeigen, wie du die Drittel-Regel bewusst brechen kannst. Auf geht’s!


Was ist die Drittel-Regel?

Die Drittel-Regel ist eine Technik der Bildkomposition die, wie der Name schon weggibt, das Bild in drei gleich grosse Sektoren unterteilt. Das Ganze passiert sowohl horizontal als auch vertikal. Du kannst dir also ein Raster vorstellen, welches dein Bild in neun gleiche Teile teilt. Wenn du nun ein Bild schiesst, achtest du schlicht darauf, dass sich die wesentlichen Elemente in deinem Bild auf den Linien und Schnittpunkten dieses Rasters liegen. Ganz einfach also!


Das Verlegen des Hauptmotivs auf das Drittel-Rasters führt nämlich zu einem dezentralen Bildaufbau. Das hat zur Folge, dass dein Bild natürlicher wirkt und als harmonischer empfunden wird. Ausserdem erhält dein Foto so einiges an negativem Raum, der wiederum kreativ genutzt werden kann.


Wie kann man die Drittel-Regel anwenden?

Die meisten Kameras können ein solches Raster im Sucher oder auf dem Bildschirm anzeigen. Die entsprechende Funktion muss aber manchmal erst in den Einstellungen des Geräts aktiviert werden. Falls deine Kamera kein Raster hat und du keine Möglichkeit findest, eines anzeigen zu lassen, ist das auch nicht schlimm. Du kannst Dir das Raster auch einfach vorstellen.


Bevor du nun den Auslöser drückst, denk einmal darüber nach, welche Elemente in deinem Motiv dir besonders wichtig sind. Wenn du das weisst, verändere deine Bildkomposition so, dass diese auf dem Drittel-Raster liegen. Denk daran, dass Fotografie keine Wissenschaft ist. Wenn den Hauptmotiv leicht ausserhalb des Drittel-Rasters liegt, muss das noch lange nicht bedeuten, dass dein Bild nicht gelungen ist.


Kompositionsideen für die Drittel-Regel.

Wenn du die Drittel-Regel erfolgreich anwendest, kann das die Qualität deiner Bilder markant steigern. Im Folgenden findest du einige Beispiele, bei denen ich die Regel angewandt habe und meine Überlegungen dazu.


In der Porträtfotografie kann die Drittel-Regel Wunder wirken. Egal ob es sich dabei um Menschen- oder Tier-Porträts handelt. Weil bei den zwei Beispielen ein Auge des Schweins auf einer der beiden vertikalen Rasterlinien platziert ist, entsteht die Illusion, dass das Tier den Betrachter direkt ansieht. Das ist der selbe Trick, welcher bei der Mona Lisa von Leonardo da Vinci angewandt wird.


Besonders bei einem Close-Up des Gesichts kannst du mit der Drittel Regel deinen Porträts mehr mehr tiefe verleihen und die Augen deines Models oder Haustiers betonen.


Weiter kannst du deinem Bild mit dem Drittel-Raster eine Richtung und somit mehr Tiefe geben. In diesem Bild habe ich den Hund rechts unten im Schnittpunkt des Drittel-Rasters platziert. Da im negativen Raum auf der Linken Seite der Weg noch zu erkennen ist, entsteht der Eindruck, das Tier bewege sich auf den Betrachter zu.


Das Raster eignet sich auch hervorragend, um Stimmungen in deinem Bild zu erzeugen. In den zwei Bildern unten habe ich mit der Drittel-Regel den Himmel jeweils von der Szenerie getrennt. So wirkt das Bild weiter und irgendwie "mächtiger". Die Faustregel bei Landschaftsbildern ist 1/3 zu 2/3. Also entweder setzt du den Horizont bei der unteren oder der oberen Horizontalen an.


Bewusst mit der Drittel-Regel brechen

Da Fotografie am Ende des Tages aber eine Kunst ist, ist auch die Drittel-Regel nicht wirklich eine "Regel". Du musst sie nicht einhalten um hochwertige, aussagekräftige Bilder zu schiessen. Ganz im Gegenteil kann ein Bruch mit dieser Regel dein Foto manchmal erst recht zum Hingucker werden lassen.


Wenn du die Regel brechen möchtest, versuche erst einmal wie bei den folgenden Bildern, den Fokuspunkt von den Schnittpunkten im Raster wegzuverlegen und die verschiedenen Motive in eine der neun Zonen zu verlegen. So hast du schon wieder viele verschiedene Möglichkeiten deine Bilder zu gestalten.


Gerade aber für Anfänger lohnt es sich, die Drittel-Regel anzuwenden, da sie zuverlässig gute Ergebnisse liefert. Trotzdem empfiehlt es sich bei jedem Shooting auch andere Bildkompositionen auszuprobieren. Denn Übung macht den Meister!


In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spass beim Knipsen!

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