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Licht in der Porträtfotografie

Aktualisiert: 10. März 2022

Fotografie ohne Licht - das geht nicht. Das ist, als hätte man ein Auto ohne Räder. Besonders in der Porträtfotografie kann die richtige Belichtung für dein Bild entscheidend sein. Klingt anspruchsvoll? Muss es aber nicht sein. In diesem Beitrag möchte ich dir verraten, wie du dein Model ins richtige Licht rückst!

Grundlegendes

Bei der Aufnahme von Porträts geht es um dein Model. Also hast du auch dafür zu sorgen, dass die Beleuchtung in deinem Bild dieses hervorhebt. Achte deshalb darauf, dass dein Sujet sich vom Hintergrund abhebt. Leuchte dein Model gut aus und wähle einen Hintergrund der nicht ablenkend wirkt. Nimm mit geringer Tiefenschärfe auf, um dein Model vom Hintergrund abzuheben. Ausserdem solltest du eine Ansprechende Bildkomposition wählen.


Die Augen sind der Spiegel der Seele. Aus diesem Grund stehen sie bei einem gelungenen Porträt im Zentrum. Um nicht Gefahr zu laufen, dass die Augen deines Models leer und "tot" wirken, solltest du die Beleuchtung so arrangieren, dass stehts ein Lichtreflex in den Augen zu sehen ist.


Doch welche Beleuchtung eignet sich jetzt besonders für dein Model? Das kommt immer darauf an, wen du fotografierst und was du mit deinem Bild aussagen möchtest. Im Folgenden möchte ich dir einige Belichtungsarten vorstellen.


Flat Light

Beim Flat Light kommt das Licht frontal von vorne. Bei dieser Belichtung entstehen keine Schatten im Gesicht und Höhen und Tiefen sind kaum zu erkennen. Das hat den Vorteil, dass ein sehr schönes, glattes Hautbild entsteht. Allerdings besteht auch die Gefahr für rote Augen und dass das Gesicht deines Models platt und "langweilig" wirkt. Flat Light eignet sich also vor allem, wenn du ein unebenes Hautbild korrigieren möchtest.


Split Light

Während beim Flat Light das Licht von vorne kommt, platzierst du beim Split Light die Lichtquelle seitlich neben deinem Model. So fällt ein Schatten über das Gesicht, der es in zwei Hälften teilt ("split"). So entsteht ein starker Kontrast der für viel Dramatik sorgt. Mit dem Einsatz von farbigem Licht sind hier besonders interessante Bilder möglich. Nachteile des Split Lights sind, dass unreine Haut auf der hellen Gesichtshälfte besser zu erkennen ist. Aber wenn dich das nicht stört, eignet sich diese Beleuchtung um besonders emotionale und ausdrucksstarke Porträts zu schiessen.





Butterfly Light

Diese Beleuchtung hat ihren Ursprung im Hollywood der 50er Jahre und ist wie das Flat Light eine Frontalbeleuchtung, mit dem Unterschied, dass die Lichtquelle leicht erhöht wird. So entsteht ein Schatten unter der Nase des Models, der ein wenig an einen Schmetterling erinnert. Das Butterfly Light betont die Wangenknochen, was das Gesicht deines Models schlanker wirken lässt. Ausserdem wirken die Augen dunkler und die Lippen fülliger. Achte aber darauf, dass das Licht nicht von zu weit oben kommt, sonst können die Augen schnell einmal zu dunkel werden und leblos wirken.





Loop Light

Das Loop Light ist im Prinzip eine abgewandelte Form des Butterfly Lights. Alles was du tun musst, ist die erhöhte Lampe etwas seitlicher zu deinem Model zu platzieren. Die Vorteile dieser Beleuchtung sind gleich wie beim Butterfly Light. Allerdings führt der verlagerte Nasenschatten zu mehr Dynamik und Tiefe in deinem Bild.












Broad Light & Short Light

Diese zwei Belichtungsarten möchte ich hier zusammenfassen, da sie Gegensätze sind. Im Wesentlichen sind Broad und Short Light Varianten des Split Lights. Beim Broad Light positionierst du dich auf der "hellen" Seite deines Models und beim Short Light auf der "dunklen" Seite.


Das Broad Light ist sehr zu empfehlen, da es natürlichem Fensterlicht ähnelt. Achte aber darauf, dass das von dir abgewandte Auge des Models nicht zu dunkel wird. Das Short Light sorgt für eine besondere Spannung und Tiefe in deinen Porträts, kann aber zu sehr harten Schatten führen. Ein Aufheller kann hier Abhilfe schaffen.




















Rembrandt Beleuchtung

Die nach dem niederländischen Künstler Rembrandt van Rijn benannte Beleuchtungsform ist ein klassiker der Porträtfotografie und wird sehr häufig eingesetzt. Hier befindet sich die Lichtquelle leicht seitlich-erhöht zu deinem Model, sodass das für diese Beleuchtung charakteristische Dreieck unter dem Auge deines Models entsteht. Die Rembrandt Beleuchtung lässt dich besonders ausdrucksstarke, augenbetonende Aufnahmen schiessen.








Unterlicht

Beim Unterlicht wird dein Model von einer Lichtquelle beleuchtet, die sich etwas unterhalb vor dem Motiv befindet. Das führt dazu, dass die Augen dunkler wirken und der Nasenschatten nach oben wandert, was deinem Model eine bedrohliches, unheimliches Aussehen verleiht.












Gegenlicht

Beim Gegenlicht befindet sich die Lichtquelle direkt hinter deinem Model. Das führt zu einem sehr dunklen Motiv, lässt aber auch sehr eindrucksvolle Silhouettenbilder entstehen.
















Fazit

Nun kennst du einige Möglichkeiten, um dein Model ins richtige Licht zu rücken. Welche Lichtquelle & Belichtung du wählst, liegt jedoch an dir. Wie immer gibt es kein Richtig oder Falsch. Denn Fotografie ist Kunst, weshalb ich dir nur ans Herz legen kann, dich bei deinen Shootings auszuprobieren.


In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spass beim Knipsen!

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